Auf ein Wort

In einem Lateinbuch könnte der Satz stehen „ Paulus ad feriae gaudium magnum habet“, was man wohl so übersetzen müsste: „Paul hat an den Festtagen große Freude“.

Interessanterweise entstammt das längst eingedeutschte Wort „Ferien“  ursprünglich einem religiösen Zusammenhang, wobei im alten Rom Religion und Staatskult ja eng verschmolzen waren. Jedenfalls wurden damals an den Festtagen keine Alltagsgeschäfte  gemacht, sondern gottesdienstliche Handlungen vorgenommen.

Ferien – für uns heute gleichbedeutend mit Urlaub, freier Zeit, schönen Unternehmungen…

Meine Sommerinspiration lautet: genießen Sie all das, was Sie erleben, einmal ganz bewusst  als ein Geschenk Gottes.  Um es mit Paul Gerhardt zu sagen: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“.

Manchmal hilft ein Tapetenwechsel die Sinne zu schärfen, aber sind nicht auch die Gärten, Äcker und Wiesen im Kirchspiel oder der Lutterwald Orte zum dankbaren Staunen? 

Und kann nicht jedes herzliche und fürsorgliche Gespräch schon ein Hinweis auf Gottes gutes Wort sein, der uns in seine heilsame Nähe ruft? Und zeigt uns nicht jeder Bissen, welch gütigen Gastgeber wir haben?

Halten Sie einfach mal inne, lassen Sie die Hektik  hinter sich und die Seele baumeln, bleiben Sie länger als üblich auf einer Bank sitzen, gönnen Sie sich einen  Gottesdienst, gehen Sie in ein Konzert, sprechen Sie mit anderen über die wirklich wichtigen Dinge im Leben. 

In solch einer Lebensfreude und mit diesem Tiefgang wünsche ich Ihnen erholsame Ferien!

Herzliche Grüße Ihr / Euer Pfarrer Reinhard Kölsch