Liebe Leserin, lieber Leser, 

kennen Sie den Unterschied zwischen überrascht und erstaunt sein?

Überrascht wäre ich zum Beispiel wenn meine Kinder in die Küche kämen und von sich aus fragen würden: „Papa, soll ich den Müll rausbringen?“ Es würde mich überraschen, aber wahrscheinlich könnte ich mir dieses Phänomen sehr schnell ganz logisch erklären, weil die Kinder irgendetwas von mir haben möchten und sich die Erfüllung des Wunsches durch ihr hilfsbereites Handeln „erkaufen“ wollen.

Staunen ist dagegen etwas völlig anderes. Das was uns staunen macht, können wir uns nämlich nicht einfach logisch erklären. Wenn wir von einer Sache oder einem Geschehen erstaunt sind, dann sind wir überwältigt und können meist nur noch schweigen. Das was uns staunen macht ist Gott.  Kinder können noch staunen über einen Marienkäfer, den sie auf dem Weg finden. Wir selber staunen vielleicht an manchem Frühlingstag wie grün die Welt um uns herum wieder geworden ist nach einem langen Winter.

 

Manchmal staunen wir wie viel Hilfsbereitschaft wir erfahren, wenn wir Hilfe nötig haben. König David aus dem Alten Testament mag es ähnlich gegangen sein, als er die Worte spricht, die uns im Mai begleiten sollen. Er staunt über Gottes Größe und Gnade. Mir wird deutlich, dass staunen für mein Leben wichtig ist. Ich staune über seine Gnade und vergewissere mich gleichzeitig, dass ich in meinem Leben immer angewiesen bin auf Gott. Staunen macht mich dankbar, ich mache mir bewusst, dass Gott da ist für diese Welt und für mich.

Vielleicht eignet sich der ja der nun beginnende Sommer besonders gut dafür, neu über Dinge zu staunen, die mir schon ganz alltäglich geworden sind. Lassen Sie es uns doch versuchen und gemeinsam über Gottes Gnade staunen.

 

Herzliche Grüße

Ihr Pfarrer Alexander Kellner

Zukunftswerkstatt

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