Kirche
Erste Informationen über eine Kirche in Isselhorst sind in einer undatierten Urkunde vom Bischof in Münster enthalten. Er bestätigt darin, dass sein Vorgänger diese dem 1185 neu gegründeten Kloster in Marienfeld geschenkt habe. Das Jahr 1150 wird somit als die Zeit der Entstehung der Kirche angenommen. Es war ein Gebäude in romanische Baustil. Im 13. Jahrhundert wurden einige Bereiche im gotischen Baustil verändert. Danach wurde an der Kirche wenig geändert. Der Zustand des Gebäudes verschlechtere sich aber im Laufe der Zeit. Auch das Verstärken der Außenmauern half nur wenig. Da durch die nahe gelegene Lutter der Untergrund feucht und morastig war, kam es immer wieder zu neuen Senkungen und Bauschäden.
Im April 1878 entschied das damalige Presbyterium das Kirchgebäude bis auf den Turm abzureißen und ein neues zu bauen. Dies war für die nicht gerade gut situierte Gemeinde eine große Herausforderung und ohne Spenden nicht zu finanzieren. In den Jahren 1879 bis 1881 wurde das heutige Kirchgebäude nach den Plänen des Architekten Heinrich Hutze aus Barkhausen von dem Wiedenbrücker Baumeister Georg Eustermann erbaut.

Aus der Vorgängerkirche wurden einige Ausstattungsgegenstände übernommen. Der rechte Teil eines Flügelaltars, der um 1400 entstand, hängt nun in der Übermalung des 17. Jahrhunderts in der Taufkapelle und ist das älteste Teil in unserer Kirche. Kopien der anderen beiden Flügel des Altars hängen in der Sakristei, die Originale im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster. Erhalten blieben auch zwei barocke Kronleuchter  Der Größere hängt jetzt im Innenraum des Turmes, der Kleinere im hinteren Teil des Mittelschiffs, vor der Empore. Beide Leuchter waren Stiftungen aus den Jahren 1685/1686.

Der große Leuchter vorn im Mittelgang ist ein Nachbau (1994) eines Leuchters  aus Heepen, der lange  Zeit hier als Leihgabe war. Er trägt an 18 Arme und 36 Naturkerzen, die nur an besonderen Festtagen angezündet werden. Aus der Vorgängerkirche wurden auch die Fußbodenplatten in den Seitenschiffen übernommen.
Eine Besonderheit ist der Kirchturm, er ist 45,43 m hoch, die Wände sind unten 1,5 m und oben noch 1m  dick. Er ist wohl das älteste Bauwerk in unserem Dorf. Der Turmhelm wird von einem Holzkranz getragen und liegt auf der Mauerwerkskrone auf, die Konstruktion ähnelt einem Weihnachtsbaum. In dem rd. 500 Jahre alten Holz steckt kein Nagel, die Balken sind ineinander gesteckt und verzapft. Die Konstruktion und die handwerkliche Ausführung sind Beispiele meisterlicher Zimmermannsbaukunst. Das Kirchengebäude samt seiner Innenausstattung steht unter Denkmalschutz.

Rekonstruktion von A.Sassen
Rekonstruktion  A. Sassen
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